Zurzeit sind keine Nachrichten vorhanden.

Fachschaft Philosophie

„Denn gar sehr ist dies der Zustand eines Freundes der Weisheit, die Verwunderung;

ja es gibt keinen anderen Anfang der Philosophie als diesen..“ (Platon, Theaitetos, 155d)

1. Philosophie in der Unterstufe

Hallo!

Hast du dich schon einmal gefragt: Warum gibt es mich überhaupt? Was bedeutet es, ein Mensch zu sein? Ist der Mensch von Natur aus gut oder schlecht? Wer bestimmt, was richtig oder falsch ist? Woher weiß ich, ob ich wach bin oder träume? Und woher kommen überhaupt meine Gedanken?

Solche Fragen sind eine Besonderheit von uns Menschen. Wir staunen und fragen, denken nach und suchen Antworten. Man kann auch sagen: Wir philosophieren. Das Wort „Philosophie“ bedeutet: Liebe zur Weisheit. Ein Philosoph ist ein Freund der Weisheit und der großen Fragen. Er möchte herausfinden, was hinter den Dingen steckt. Er fragt: Warum ist etwas so und nicht anders? Wenn du diese Frage spannend findest, könnte dir der Philosophieunterricht helfen, Antworten zu finden.

Das Besondere am Schulfach Philosophie ist außerdem, dass Du selbst Deine eigenen Antworten finden wirst. Dein Lehrer wird Dich auf Deinem Weg unterstützen. Diesen Weg hat der berühmte Philosoph Immanuel Kant einmal folgendermaßen beschrieben.
Wichtig sei…

1. Selbst denken.
2. Sich in die Stelle jedes anderen denken.
3. Jederzeit mit sich selbst einstimmig denken.
Das erste Gebot ist das der zwangsfreien Denkungsart: Auf keines Lehrers Worte zu schwören verpflichtet zu sein. Das zweite Gebot ist das der liberalen Denkungsart: Sich mit den Vorstellungen anderer zu beschäftigen. Das dritte Gebot betrifft die konsequente, folgerichtige Denkungsart.

Deswegen wird die Zusammenarbeit zwischen Dir, deinen Mitschülerinnen und Mitschülern und Deiner Lehrkraft im Philosophieunterricht auch als „Untersuchungsgemeinschaft“ bezeichnet.

Falls Du Spaß und Interesse an dieser Art der Zusammenarbeit hast, würden wir uns freuen, Dich bald als Teil dieser Gemeinschaft begrüßen zu können.
(Na)

2. Philosophie in der Oberstufe

„Antigone hat Recht und Kreon hat nicht Unrecht.“ – Wie kann der Philosoph Albert Camus Derartiges behaupten? In der berühmten Tragödie des Sophokles geht es darum, dass Antigone die Familie und damit das traditionelle Recht über alles stellt, Kreon jedoch diesem Anspruch die Rechtsordnung des Stadtstaates entgegensetzt. Letztendlich kann doch nur einer Recht haben, oder nicht?

In der Philosophie geht es darum, sich die Zeit zu nehmen, über Grundsätzliches nachzudenken: Was ist mir wichtig im Leben? Wie verhalte ich mich mir selbst gegenüber, meinen Mitmenschen, der Natur? Wem gegenüber sollte ich mich verantwortlich fühlen? Wie frei bin ich in meinem Denken und Handeln? Sich über diese Fragen Klarheit zu verschaffen, eine persönliche Antwort zu formulieren, ist das eine. Ein anderes jedoch – und das macht die Philosophie aus –, seinen eigenen Gedanken gegenüber skeptisch zu sein. Sind es wirklich meine Gedanken?

Indem wir uns mit zentralen Gedanken berühmter Philosophen beschäftigen, begreifen wir, dass wir am Ende einer langen Denktradition stehen, innerhalb derer sich manche Ideen und Konzepte durchgesetzt haben, andere bekämpft und verdrängt worden sind. Die Auseinandersetzung mit der Philosophiegeschichte verdeutlicht uns also, dass unser Denken keineswegs voraussetzungslos ist, zeigt uns aber auch bedenkenswerte Alternativen auf.

Auch im Religionsunterricht werden ähnliche Fragen gestellt. Doch in der Philosophie muss die Frage nach einem göttlichen Wesen, das das Leben der Menschen beeinflusst, nicht im Mittelpunkt stehen. Der Horizont der Philosophie ist unbestimmt; Friedrich Nietzsche behauptet, er sei unendlich.

Bereits indem wir uns auf ein Gespräch über philosophische Fragen mit Mitschülern und Lehrern einlassen, tragen wir zu einer demokratischen Gesprächskultur bei, die auf schlagende Argumente verzichtet. Und uns wird vor Augen geführt, dass unser Denken und Handeln nie uns nur selbst betrifft, sondern auch unser Gemeinwesen.

Einfache Antworten auf philosophische Fragen gibt es nicht. Ihnen auszuweichen ist unmöglich, sie endgültig zu beantworten allerdings auch. Das hat Camus gewusst.
(Bk)


3. Allgemeine Informationen

Das Fach Philosophie kann am Johann-Rist-Gymnasium in den Klassenstufen 5 bis 7 sowie in allen drei Jahrgängen der Oberstufe als Ersatzfach für Religion gewählt werden und wird jeweils zweistündig (ein Block pro Woche) unterrichtet.

Von Anfang an gliedert sich der Philosophieunterricht nach den vier kantischen Fragen:

  • Was kann ich wissen?
  • Was soll ich tun?
  • Was darf ich hoffen?
  • Was ist der Mensch?

Mit ihnen sind Themenbereiche und Dimensionen philosophischen Nachdenkens umrissen, denen die einzelnen Themen und Inhalte des Unterrichts zugeordnet werden können.

Während in der Unterstufe in jedem Schuljahr mindestens ein Thema aus jedem Reflexionsbereich behandelt wird, erschließen die Kursthemen der Oberstufe Themen aus je einem Reflexionsbereich. Nähere Informationen dazu finden sich in den Fachanforderungen Philosophie, die die Grundlage für das schulinterne Curriculum (später ebenfalls Link einfügen) bilden.

Im ästhetischen Profil ist Philosophie profilergänzend und damit verbindlich zu belegen. Es werden spezifisch angepasste thematische Schwerpunktsetzungen vorgenommen, die sich von denen in den anderen Kursen der Oberstufe unterscheiden.
(Ki)


Zur Fachschaft gehören:

Andreas Becker (Bk), Dr. Jochen Derlien (Dl), Birte Kiesbye (Ki), Gerrit Naujoks (Na), Dr. Bertram Rohde (Rd) und Aaron Lam (Lm).