Fachschaft Philosophie

Schulinternes Curriculum – Philosophie (Stand: April 2021)

Philosophie in der Sekundarstufe I

Hast du dich schon einmal gefragt: Warum gibt es mich überhaupt? Was bedeutet es, ein Mensch zu sein? Ist der Mensch von Natur aus gut oder schlecht? Wer bestimmt, was richtig oder falsch ist? Woher weiß ich, ob ich wach bin oder träume? Und woher kommen überhaupt meine Gedanken?

Solche Fragen sind eine Besonderheit von uns Menschen. Wir staunen und fragen, denken nach und suchen Antworten. Man kann auch sagen: Wir philosophieren. Das Wort „Philosophie" bedeutet: Liebe zur Weisheit. Ein Philosoph ist ein Freund der Weisheit und der großen Fragen. Er möchte herausfinden, was hinter den Dingen steckt. Er fragt: Warum ist etwas so und nicht anders? Wenn du diese Frage spannend findest, könnte dir der Philosophieunterricht helfen, Antworten zu finden. Und diese Antworten werden deine Antworten sein. Dafür musst du selbst über die Dinge nachdenken, aber auch im Blick haben, was deine Überlegungen für andere Menschen bedeuten. Du musst dich also gedanklich in ihre Lage versetzen. Auch solltest du dich selbst immer ernst nehmen und darauf achten, dass dein Denken und Handeln zusammenpassen.

Wenn du Interesse an diesen Fragen hast und bereit bist, dir einmal selbst über die Schulter zu schauen und dich selbst beim Denken zu beobachten, dann ist Philosophie die richtige Wahl!

 

Philosophie in der Sekundarstufe II

„Antigone hat Recht und Kreon hat nicht Unrecht." – Wie kann der Philosoph Albert Camus Derartiges behaupten? In der berühmten Tragödie des Sophokles geht es darum, dass Antigone die Familie und damit das traditionelle Recht über alles stellt, Kreon jedoch diesem Anspruch die Rechtsordnung des Stadtstaates entgegensetzt. Letztendlich kann doch nur einer Recht haben, oder nicht?

In der Philosophie geht es darum, sich die Zeit zu nehmen, über Grundsätzliches nachzudenken: Was ist mir wichtig im Leben? Wie verhalte ich mich mir selbst gegenüber, meinen Mitmenschen, der Natur? Wem gegenüber sollte ich mich verantwortlich fühlen? Wie frei bin ich in meinem Denken und Handeln? Sich über diese Fragen Klarheit zu verschaffen, eine persönliche Antwort zu formulieren, ist das eine. Ein anderes jedoch – und das macht die Philosophie aus –, seinen eigenen Gedanken gegenüber skeptisch zu sein. Sind es wirklich meine Gedanken?

Indem wir uns mit zentralen Gedanken berühmter Philosophen beschäftigen, begreifen wir, dass wir am Ende einer langen Denktradition stehen, innerhalb derer sich manche Ideen und Konzepte durchgesetzt haben, andere bekämpft und verdrängt worden sind. Die Auseinandersetzung mit der Philosophiegeschichte verdeutlicht uns also, dass unser Denken keineswegs voraussetzungslos ist, zeigt uns aber auch bedenkenswerte Alternativen auf.

Auch im Religionsunterricht werden ähnliche Fragen gestellt. Doch in der Philosophie muss die Frage nach einem göttlichen Wesen, das das Leben der Menschen beeinflusst, nicht im Mittelpunkt stehen. Der Horizont der Philosophie ist unbestimmt; Friedrich Nietzsche behauptet, er sei unendlich.

Bereits, indem wir uns auf ein Gespräch über philosophische Fragen mit Mitschüler*innenn und Lehrkräften einlassen, tragen wir zu einer demokratischen Gesprächskultur bei, die auf schlagende Argumente verzichtet. Und uns wird vor Augen geführt, dass unser Denken und Handeln nie uns nur selbst betrifft, sondern auch unser Gemeinwesen.

Einfache Antworten auf philosophische Fragen gibt es nicht. Ihnen auszuweichen ist unmöglich, sie endgültig zu beantworten allerdings auch. Das hat Camus gewusst.

Von Anfang an gliedert sich der Philosophieunterricht nach den vier kantischen Fragen:

  • Was kann ich wissen?
  • Was soll ich tun?
  • Was darf ich hoffen?
  • Was ist der Mensch?

Mit ihnen sind Themenbereiche und Dimensionen philosophischen Nachdenkens umrissen, denen die einzelnen Themen und Inhalte des Unterrichts zugeordnet werden können. Während in der Unterstufe in jedem Schuljahr mindestens ein Thema aus jedem Reflexionsbereich behandelt wird, erschließen die Kursthemen der Oberstufe Themen aus je einem Reflexionsbereich.

Quelle: Verändert aus den Fachanforderungen Philosophie, Kiel 2015

 

 

Grundlegende Informationen zum Fach

1. Die Kontingentstundentafel für das Fach Philosophie (G9)

Sekundarstufe I

Klasse

Wochenstunden

5

2

6

2

7

2 (epochal, nur ein Halbjahr)

8

2 (epochal, nur ein Halbjahr)

9

2 (epochal, nur ein Halbjahr)

10

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Sekundarstufe II

Philosophie wird alternativ zum Religionsunterricht verpflichtend in EJ und Q1 2-stündig angeboten. Im ästhetischen Profil ist Philosophie profilergänzend und somit verbindlich zu belegen. Bei durchgängiger Belegung bis zum Abitur kann man sich in Philosophie mündlich prüfen lassen, auch in Form einer Präsentationsprüfung.

 

2. Lehrwerke

Als Lehrwerke in der Schule vorhanden:

Sekundarstufe I: philopraktisch (Buchner Verlag)

Sekundarstufe II: Philos – Philosophieren in der Oberstufe – Stammausgabe (Schöningh Verlag)

 

3. Leistungsnachweise

In der Oberstufe wird verbindlich pro Halbjahr eine Klausur geschrieben.

 

4. Fachanforderungen

https://fachportal.lernnetz.de/fachanforderungen-sek-philosophie.html

 

5. Fachschaftsvorsitz

Herr Lam (LM)

 

6. Medienkonzept am JRG

Im Rahmen des Medienkonzepts ist ab Jahrgangsstufe 9 eine Reflexion der Selbstdarstellung über digitale Medien Gegenstand des Unterrichts.

 

Hinweis: Den gesamten einleitenden Text können Sie auch unten im Downloadbereich runterladen:

 

Downloadbereich:

1. Philosophie - Fachcurriculum - Vorwort und Übersicht